Der Gedanke in Kürze

Muslime glauben, dass die Schöpfung Wesen umfasst, die für uns nicht sichtbar sind. Engel sind aus Licht erschaffen und führen Gottes Befehle aus; Dschinn sind aus Feuer erschaffen und wählen wie die Menschen zwischen Gut und Böse. Der Satan, Iblis oder Schaitan genannt, ist ein Dschinn, der sich weigerte, Gott zu gehorchen, und nun Menschen dazu verleitet, sich von Ihm abzuwenden.

Der Glaube an das Verborgene

Die zweite Sure des Korans beginnt damit, die Menschen, die er rechtleitet, als diejenigen zu beschreiben, die an das Verborgene glauben, al-ghayb. Der Begriff umfasst, was jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt: Gott selbst, die Engel, das kommende Leben und die geistige Dimension des Daseins.

Der Glaube an das Verborgene ersetzt nicht das Wissen über die sichtbare Welt. Der Koran ruft die Menschen auch immer wieder dazu auf, die Natur, die Geschichte und sich selbst zu betrachten. Beides wird als einander ergänzend dargestellt, nicht als konkurrierend.

Engel

Engel sind erschaffene Wesen, die Gott dienen, ohne sich Ihm zu widersetzen. Der Koran nennt Gabriel (Dschibril), der den Propheten die Offenbarung überbrachte, und Michael (Mika’il). Die Überlieferung beschreibt Israfil, der am Jüngsten Tag die Posaune blasen wird, und den Todesengel. Engel werden nicht angebetet und sind keine Kinder Gottes.

Koran 82:10–12 spricht von edlen, aufzeichnenden Engeln, die wissen, was die Menschen tun. Muslime verstehen dies als Teil der Verantwortlichkeit: Ein Leben hat Zeugen. Engel erscheinen auch in den Geschichten von Abraham, Maria und Lot, wo sie Nachrichten bringen und Gottes Befehle ausführen.

Dschinn

Dschinn sind eine zweite Art erschaffener Wesen, nach Koran 55:15 aus rauchlosem Feuer gemacht. Wie die Menschen haben sie einen freien Willen und werden gerichtet werden. Sure 72 des Korans, al-Dschinn genannt, beschreibt eine Gruppe von Dschinn, die den Koran hörten und glaubten. Das englische Wort „genie“ geht auf diesen Begriff zurück, doch Volksglaube und Film haben vieles hinzugefügt, was nicht im Koran steht.

Die islamische Lehre rät davon ab, sich mit Dschinn, Magie oder Wahrsagerei zu beschäftigen. Schutz wird bei Gott gesucht, durch das Gedenken an Ihn und die kurzen Suren 113 und 114, nicht durch Amulette oder Rituale, die sich an Geister richten.

Der Satan

Iblis ist nach dem Koran ein Dschinn, der sich aus Hochmut weigerte, Gottes Befehl zu folgen und sich vor Adam niederzuwerfen, mit der Behauptung, Feuer sei besser als Lehm. Er wurde verstoßen und bat um Aufschub bis zum Tag des Gerichts, wobei er schwor, die Menschen in die Irre zu führen. Der Koran nennt ihn Schaitan, den Widersacher, und beschreibt seine Macht als darauf beschränkt, Einflüsterungen einzugeben.

Der Satan ist kein gleichrangiger Gegenspieler Gottes. Er ist ein Geschöpf, und seinem Einfluss wird durch Achtsamkeit, durch das Gedenken an Gott und durch das Zufluchtsuchen bei Ihm widerstanden. Die Menschen bleiben für ihre eigenen Entscheidungen verantwortlich.

Wie dies den alltäglichen Glauben prägt

Der Glaube an Engel gibt Muslimen das Bewusstsein, dass Gottesdienst und Verhalten bezeugt und aufgezeichnet werden. Das Wissen um die Versuchung ermutigt zur Selbstprüfung. Der Glaube an das Verborgene im weiteren Sinne fördert Demut: Menschliches Wissen ist wirklich, aber nicht vollständig.

Man muss diese Glaubensinhalte nicht teilen, um sie zu verstehen. Wer weiß, was Muslime mit Engeln und Dschinn meinen, räumt Klischees aus der Unterhaltungswelt beiseite und kann ein Gespräch von den tatsächlichen Quellen aus beginnen.

Quellen & weiterführende Lektüre

Eigenständige einführende Zusammenfassung, keine direkte Übersetzung heiliger Schriften. Erstellt am 21. Oktober 2026. Eine Prüfung durch qualifizierte religiöse Fachleute steht noch aus. Über unseren redaktionellen Ansatz.