Der Gedanke in Kürze

Der Koran spricht Juden und Christen als Leute der Schrift an, erkennt ihre Propheten und Schriften als von Gott stammend an und bekräftigt, dass Religion nicht erzwungen werden kann. Er benennt auch klare Unterschiede: in Bezug auf das Wesen Jesu, auf die Endgültigkeit des Prophetentums Muhammads und auf den Koran als letzte Offenbarung.

Gemeinsame Wurzeln

Der Islam versteht sich als Fortsetzung des Glaubens von Abraham, Mose und Jesus, nicht als neue Religion. Der Koran fordert die Muslime auf zu sagen, dass sie an das glauben, was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Mose und Jesus offenbart wurde, ohne zwischen den Propheten einen Unterschied zu machen, 2:136. Juden und Christen werden als Leute der Schrift angesprochen, ahl al-kitab.

Koran 3:64 lädt die Leute der Schrift zu einem gemeinsamen Wort ein: Gott allein anzubeten. Koran 29:46 fordert die Muslime auf, mit ihnen nur auf die beste Art zu streiten und zu sagen, dass unser Gott und euer Gott einer ist.

Echte Unterschiede

Der Islam erkennt die Göttlichkeit Jesu, die Dreifaltigkeit und die Kreuzigung, wie das Christentum sie lehrt, nicht an; Koran 4:157 sagt, dass Jesus weder getötet noch gekreuzigt wurde, sondern dass es nur so erschien. Er hält fest, dass frühere Schriften von Gott offenbart wurden, dass aber der Koran die letzte, behütete Offenbarung ist und dass Muhammad der letzte Prophet ist.

Ein ehrlicher interreligiöser Dialog benennt diese Unterschiede, statt sie zu glätten. Muslime, Juden und Christen können einander respektieren, ohne so zu tun, als glaubten sie dasselbe.

Freiheit und Zusammenleben

Koran 2:256 sagt, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Sure 109 endet mit den Worten „euch eure Religion und mir die meine“. Koran 60:8 sagt, dass Gott nicht verbietet, gütig und gerecht gegenüber denen zu sein, die die Muslime nicht wegen der Religion bekämpft haben. In Medina schloss der Prophet Abkommen mit jüdischen Stämmen und empfing christliche Delegationen in seiner Moschee.

Historisch waren Nichtmuslime unter muslimischer Herrschaft geschützte Gemeinschaften mit eigenen Gerichten und eigenem Gottesdienst, jedoch mit einem besonderen Rechtsstatus und einer Sondersteuer. Diese Regelung war toleranter als die meisten ihrer Zeitgenossen und weniger gleichberechtigt als die moderne Staatsbürgerschaft. Muslimische Denker diskutieren heute, wie die dahinterstehenden Grundsätze in Staaten gelten, die auf gleicher Staatsbürgerschaft beruhen.

Jenseits der Leute der Schrift

Der Koran spricht vor allem von Juden, Christen, Sabiern und den Polytheisten Arabiens. Muslimische Juristen dehnten den Schutzstatus später in der Praxis auf Zoroastrier, Hindus, Buddhisten und andere aus. Koran 5:48 sagt, Gott hätte alle Menschen zu einer einzigen Gemeinschaft machen können, habe es aber nicht getan, damit sie im Guten wetteifern; die endgültige Entscheidung über die Unterschiede liegt bei Gott.

Viele Muslime lesen dies als Grundlage für Pluralismus in der Gesellschaft, während sie fest an ihrem eigenen Glauben als dem wahren festhalten.

Interreligiöses Leben heute

Muslime beteiligen sich weltweit an interreligiösen Räten, gemeinsamer Wohltätigkeit und am Leben in der Nachbarschaft. Die Ehe zwischen einem muslimischen Mann und einer christlichen oder jüdischen Frau ist im klassischen Recht erlaubt; Muslime kümmern sich auch um Eltern, Kinder und Freunde anderen Glaubens, wie es der Koran verlangt.

Wenn Sie einer anderen Religion angehören, können Sie erwarten, dass ein Muslim Ihnen in manchen Dingen widerspricht und dass ihm geboten ist, Sie in allem gerecht und freundlich zu behandeln. Beides gehört zur Tradition.

Quellen & weiterführende Lektüre

Eigenständige einführende Zusammenfassung, keine direkte Übersetzung heiliger Schriften. Erstellt am 21. Oktober 2026. Eine Prüfung durch qualifizierte religiöse Fachleute steht noch aus. Über unseren redaktionellen Ansatz.